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Caritasverband läd am 17.11.2017 zum Poetry Slam ein!

 

„Wir wollen den Begriff Heimat rehabilitieren“

Heimat ist ein kontroverser Begriff. In der Öffentlichkeit wird erbittert um seine Bedeutung gestritten. Die Caritas im Kreis Lippe geht neue Wege, um eine Antwort zu finden. Sie lädt am Freitag, 17. November, 20.00 Uhr (Einlass 19:00 Uhr), zu einem Poetry Slam in die Heilig Kreuz Kirche in Detmold ein. Dort werden Menschen, die sich zum ersten Mal an einem Poetry Slam teilnehmen, aber auch gestandene „Slampoeten“ Texte über „ihre“ Heimat vortragen. Der poetische Wettbewerb läuft unter dem Titel „DeineMeineKeineHeimat“.

„Wir wollen den Begriff rehabilitieren“, sagt Elisabeth Montag, die Vorständin des Caritasverbandes für den Kreis Lippe und die Stadt Bad Pyrmont. „Heimat ist Vielfalt. Die Bedeutung des Wortes ist immer subjektiv. Diese Vielfalt spiegeln wir bei unserem Poetry Slam. Wir liefern keine fertigen Antworten, sondern stellen Fragen. Wie sehr kann meine auch deine Heimat sein? Und wie ist es, keine Heimat zu haben?“

Dieser betont offene Umgang mit dem Thema setzt ein Zeichen gegen den Versuch, „Heimat“ populistisch gegen andere auszuspielen. In diesem Punkt bezieht die Caritas eindeutig Position. „Die Caritas slammt zurück“ lautet der Untertitel des Poetry Slams in der Heilig Kreuz Kirche nicht ohne Grund. „Die Caritas berät und begleitet geflüchtete Menschen“, sagt die Caritas-Mitarbeiterin und Diplom-Pädagogin Britta Langner. „Heimat als Kampfbegriff für Ausgrenzung und Abwertung zu benutzen, geht gar nicht.“

Beim Caritas Poetry Slam kommen auch Menschen auf die Bühne, die zum ersten Mal einen literarischen Text öffentlich vortragen. Der Detmolder Autor, Moderator und Slampoet Marc-Oliver Schuster hat in mehreren Workshops im Kreis Lippe nach künstlerischem Nachwuchs gesucht und ist fündig geworden. „Es ist beeindruckend, wie viele Talente hier unerkannt schlummern“, sagt er.

Seine Auswahl ist eine bunte Mischung durch die Generationen und sozialen Verhältnisse: Schüler aus der Realschule Augustdorf, vom Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg oder Senioren, die am Kursprogramm EULE teilnehmen. Daneben wird der ein oder andere erfahrene Profi-Slammer in der Heilig Kreuz Kirche auftreten.

„Die Caritas wagt sich mit dem Poetry Slam an ein neues Format heran“, stellt Elisabeth Montag fest. Damit verbindet der Verband die Hoffnung, neue Zielgruppen zu erreichen. Der Poetry Slam ist eine junge Kommunikationsform, die, so betont Marc-Oliver Schuster, „von der Interaktion zwischen Künstlern und Publikum, von Spontaneität und der Lust an der Sprache lebt.“

Junge Leute waren bei Caritasveranstaltungen in der Vergangenheit eher selten zu sehen, beim Poetry Slam könnten sie die Mehrzahl des Publikums stellen. „Wenn das gelingt, wäre das ein Erfolg“, sagt Elisabeth Montag: „Wir als Caritas müssen die Öffentlichkeit mit unseren Themen erreichen, auch wenn wir dafür neue Wege gehen.“