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Europa beginnt vor der Haustür
Der Caritasverband für den Kreis Lippe und die Stadt Bad Pyrmont e.V. ist seit 2006 an der Grundschule „In der Senne“ Träger der Offenen Ganztagsschule (OGS).
Seit 2016 zogen vermehrt Familien aus Rumänien und Bulgarien nach Augustdorf, weil einige Väter dort Arbeit fanden. Die Eltern und deren ca. 30 Kinder, die sofort in der Grundschule „In der Senne“ beschult werden mussten, hatten sehr geringe Sprachkenntnisse und teilweise wenig Erfahrung mit geregelten Schulbesuchen. Entsprechend schwierig gestalten sich anfänglich der Schulalltag und der Aufenthalt in der OGS. Sprachliche Defizite der Kinder erschweren die Kommunikation untereinander und somit auch die Integration in besonderer Weise. Die Kinder bleiben in ihren Gruppen und finden nur schwer Kontakt zu ihren Mitschülern. Es ist sehr viel Zeit nötig, um den Eltern schulbezogene Abläufe in Deutschland zu vermitteln. Aufgrund der eigenen Bildungsgeschichte fällt es manchen Eltern schwer, ihre Kinder beim Schulbesuch zu unterstützen. Diese Unterstützung der Kinder durch die Eltern ist unverzichtbar und erforderlich, um die Integration zu ermöglichen. Wenn die Eltern die verschiedenen Anforderungen, die an sie gestellt werden, verstehen, sind sie fast immer bereit, sie auch zu erfüllen.

Um die Familien beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen, entwickelte die Caritas mit zahlreichen Kooperationspartnern das Projekt "Europa beginnt vor der eigenen Haustür".

Ziel des Projektes ist, allen Kindern in Augustdorf eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Durch das gelingende Miteinander aller Kinder in der Grundschule werden der Spracherwerb der zugezogenen Kinder und deren Integration gefördert. Die Eltern sollen befähigt werden, ihre Kinder zu unterstützen, indem sie den Wert einer guten Schulbildung erkennen und erfahren, welche Rolle sie dabei übernehmen können und müssen. Die zugezogenen Familien werden dabei begleitet, das „Leben in Deutschland“ kennenzulernen und sich in den vorgegebenen Strukturen orientieren zu können, Hilfen nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz zu nutzen und bestenfalls eine neue Heimat zu finden. Die Familien sollen in ihrer Autonomie und Selbstbestimmung gestärkt werden. Es soll ihnen ermöglicht werden, ihre Interessen und Bedürfnisse selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten.

Seit Mai 2019 hat der Caritasverband in Augustdorf eine Quartiersmanagerin eingesetzt, die bereits nach kurzer Zeit sehr großen Zulauf erfährt. Sie ist besonders für die bulgarischen Familien eine wichtige Ansprechpartnerin, auch wenn es um ganz alltägliche Sorgen und Probleme geht. Unterstützt wird sie durch eine Sprachmittlerin, die auch die Arbeit in der OGS ergänzt. Zusätzlich verstärkt eine pädagogische Kraft die OGS bei der Arbeit mit den Kindern.

Entwickelt wurde das Projekt in Kooperation mit der Grundschule, der Gemeindeverwaltung, dem Träger der offenen Jugendarbeit Jugendsiedlung Heidehaus e.V., der katholischen Kirchengemeinde, den örtlichen Kindergärten, engagierten Ehrenamtlichen und dem Kreis Lippe.

Gefördert wird dieses Projekt im ersten Jahr vorrangig durch den Armutsfonds des Erzbistums Paderborn. Private Spender waren ebenso zur Stelle wie die Unterstützung durch die Firma Windmöller, durch den Verein „Bürger für Bürger“ ebenso wie auch durch die katholische Kirchengemeinde und die Bank für Kirche und Caritas. Alle Beteiligten engagieren sich überdurchschnittlich für  dieses internationale  Projekt. Die verfügbaren Hilfemöglichkeiten werden eingebracht, bestehende Projekte werden integriert.


 
Einsegnung der Büroräume am 26.08.2019